Dezember 2014


Öffnungszeiten

März - November
Mo 10:00 - 18:00 Uhr
Di 13:00 - 18:00 Uhr
Mi-Sa 10:00 - 18:00 Uhr

Dezember - Februar
Mo

10:00
14:00
-
-
12:00
16:00
Uhr
Uhr
Di 14:00 - 16:00 Uhr
Mi-Fr

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Uhr
Sa 10:00 - 12:00 Uhr

Betriebsferien
08.-12.01.2018


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Einen Moment...


Die zweite Rosenblüte 2018

 Am 1. und 2.09.2018 öffnen wir zur zweiten Rosenblüte noch einmal unseren Garten.
 

April 2018
 Brief an den Frühling
Liebe Gärtnerinnen und Gärtner! Es löst sicherlich nicht...


Events 2018

Klicken sie hier und informieren Sie sich über anstehende Events und Veranstaltungen an denen wir teilnehmen.
 


Bodenmüdigkeit bei Rosen

 Quelle: Fachzeitung deutsche Baumschule 6/13 Letzte Seite: Empfehlung - Biodiversität wiederherstellen!
 
Dezember 2014

 Liebe Wintergärtner, Leserinnen und Leser des Gartenbriefes!

So gänzlich leugnen kann man es nicht. Blickt man nach draußen ist es durchaus ein ganz klitzekleinwenigbisschen trostlos. Wohl den Gartenbesitzern, die nicht nur eine fade, immerimmerimmergrüne Wand direkt vor den Fenstern haben.

Ausgewählte Bäume und Sträucher mit einem bizarren Wuchs können durchaus herrliche Silhouetten am grauen Winterhimmel bilden. Oder denken Sie mal an die Gartengewächse mit farbiger Rinde wie z.B.

Alnus incana 'Aurea' - der Golderle
Cornus alba 'Kesselringii' - dem schwarzrindigen Hartriegel
Ítea virgínica - der virginische Rosmarinweide
Betula ermanii - der Ermanns Birke, Goldbirke, Kamtschatkabirke oder
Stephanandra tanakae - der hohen Kranzspiere!

Sie kennen vermutlich die auffällige Rinde der Platane?
Stewartia pseudocamellia - die Sommerkamelie undPinus bungeana - die chinesische Tempelkiefer (welch schöner Name),erneuern ihre Rinde auch regelmäßig. Es entsteht durch das Abblättern ein schöner mehrfarbiger Effekt, da verändert sich etwas, es lebt.
Schaffen es ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke, nehmen die goldbraunen Blätter der Rotbuchenhecke oder des Parrotiastrauches (persischer Eisenholzbaum), sie noch bis ins Frühjahr auf und reflektieren sie wunderbar. Zusammen mit den dunkelgrünen Eiben und den Buchsbaumformgehölzen ein zauberhafter Kontrast, vielleicht noch etwas Schneeflockenzuckerglasur oben drauf ............. hmmmmmmm. Fertig ist das perfekte Wintergartenbild.
Schon ab Januar/Februar gibt es, wenn Sie mögen, die ersten Frühlingsfarbtupfer bei heimischen Sträuchern und Bäumen:
Prunus subhirtella `Autummnalis´ und `Autumnalis Rosea´ - Zierkirsche
Virburnum botnantense `Charles Lamont´ - Winterschneeball
Jasminum nudiflorum - Winterjasmin
Hamamelis mollis `Palida´, `Sunburst´ - Zaubernuss
Hamamelis intermedia versch. Sorten - Zaubernuss
Chimonathus praecox - chinesische Winterblüte
Sarcococca humilis - Schattenblume / Himalaya Fleischbeere

Bei einem Winterspaziergang durch einen Park, ein Arboretum, den örtlichen botanischen Garten oder die Quartiere einer Baumschule können Sie erste Eindrücke sammeln und planen wie sich die langweilige Hecke des Nachbarn kaschschieren lässt.

Für die gepflegte Gartenkonversation mit Neugierigen empfehle ich Ihnen, Ihre "Pflanzenaußenseiter" entsprechend zu beschildern. Mit ein klein wenig Geschick können Sie z.B. aus Kupferfolie Etiketten ausschneiden und mit einem Bleistift oder Kugelschreiber den Namen einprägen. Mit der Zeit nimmt das Kupfer den charakteristischen grünen Farbton durch die Oxidation an und das Pflanzenetikett wirkt sehr natürlich und morbide. Vintage stile heißt dies ja heute.

Noch etwas durchaus Erstaunliches passiert jetzt in der Natur. Die sogenannten Kaltkeimer, im Volksmund auch hin und wieder Frostkeimer genannt, nutzen die kalte Jahreszeit mit wechselnden Temperaturen zwischen -5 und + 10°C um sich weiter auszubreiten. Dazu zählen unter anderem:

Ackerkrummhals, Adonisröschen, Akelei, Anemonen, Aster, Bärlauch, Bergenie, Blaustern, Brennessel, Buschmalve, Buschwindröschen, Christrose, Clematis, Dicentra, Eisenhut, Edelweiss, Enzian, Fetthenne, Fingerhut, Frauenmantel, Froschlöffel, Gelenkblume, Glockenblumen, Gundermann, Guter Heinrich, Herbstzeitlose, Herzgespann, Himmelsleiter, Iris,

Kuhschelle, Lavendel, Leberblümchen, Lilien, Märzenbecher, Milchstern, Mohn, Pfingstrose, Phlox, Primeln, Ranunkeln, Rittersporn, Salbei, Schachbrettblume, Schleifenblume, Schlüsselblume, Scheinmohn, Silbertaler, Silberkerze,Sonnenhut, Sterndolde, Stiefmütterchen, Tränendes Herz, Traubenhyazinthe, Trollblume, Vergissmeinnicht, Walnuß, Waldmeister, Winterling, Zierlauch,......

Unter dem Motto "Der frühe Vogel frisst den Wurm" besiedeln sie schon mal vorsorglich freies Territorium im Garten. Nutzen die erste Wärme und begnügen sich mit wenig Licht, um zu wachsen. Wissentlich es wird nicht einfacher, wenn erst einmal die Licht- und wärmeliebenden Samen sich anschicken zu keimen. Die Liste derer hätte einen weit größeren Umfang.

Menschen mit grünem Daumen, sollten es sich nicht nehmen lassen lassen, einmal gezielt in Töpfchen oder Saatschalen Kaltkeimer auszusäen. Ihr verständnisvoller Partner wird Ihnen sicherlich ein Plätzchen im Kühlschrank zuweisen, um die natürlichen Prozesse der Keimung nachzuahmen. Beide mögen bitte auch etwas Geduld aufbringen, bis Kaltkeimer so in die Puschen kommen, das kann schon mal 4 Wochen dauern.  - You can´t hurry love. No, you just have to wait. (Diana Ross&The Supremes)

In den Wintermonaten werfen Sie bitte immer mal wieder einen Blick auf Ihre Zimmerpflanzen bzw. Überwinterungsgäste von der Terrasse oder dem Balkon.

Die rote Spinne, ein übler Pflanzenschädling, ist spezialisiert auf trockene Heizungsluft (das ist meist auch ein Stressfaktor für die Pflanze, aber auch Mensch) und breitet sich vom Efeu her beginnend, gerne rasant über ganze Fensterbänke aus. Fahle, gelbliche Blätter mit winzigen Einstichstellen sind erste Anzeichen, bevor im Endstadium die Pflanze fast vollständig in einem feinen Gespinst des Schädlings "erstickt". Sprühen Sie Ihre Pflanzen bitte hin und wieder mit warmem Leitungswasser vorbeugend ein, vermeiden Sie Trockenheit oder einen zu nassen "Fuß". Überschüssiges Wasser im Untersetzer und Übertopf gehört gießen Sie bitte rechtzeitig ab.. Bei Citrusgewächsen oder auch Oleander lohnt ein regelmäßiger Blick unter die Blätter. An den dicken Nerven/Leitungsbahnen rotten sich schnell ganze Familienverbände mit Schildläusen zusammen. in den Blattachseln sitzen die Wollläuse. Spätestens, wenn der sogenannte Honigtau auf dem darunterliegenden Parkett klebt, sollten Sie eingreifen. Ihr Pflanzendoktor wird Sie beraten und Ihnen helfen, was Sie auch vorbeugend bzw. zur Pflanzenkräftigung tun können.

Ihnen wünsche ich eine schöne Winterszeit.Herzlichen und lieben Dank, dass ich Sie ein weiteres Jahr begleiten durfte.

Liebe Grüße in alle Kühlschränke, Beete, Kübel, Kästen und Töpfchen Norddeutschlands

Gerhard Preuss